Irismelanom beim Hund? Unsere Erfahrung mit Diagnose, Zweitmeinung und erfolgreicher Lasertherapie
Ein dunkler Fleck im Auge beim Hund kann viele Halter erschrecken. Als bei meiner Labradorhündin Irma plötzlich eine großflächige Verdunklung im Auge entdeckt wurde, stand zunächst eine sehr ernste Diagnose im Raum: ein Irismelanom – also ein möglicher Tumor im Auge, bei dem manchmal sogar das Auge entfernt werden muss.
Heute, ein halbes Jahr später, kann ich berichten: Es war kein bösartiges Irismelanom, sondern ein Irismelanozytom. Der Tumor konnte erfolgreich mit einer Lasertherapie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) behandelt werden – und Irmas Auge ist erhalten geblieben.
Ich teile unsere Erfahrung, weil viele Hundehalter plötzlich mit einer schweren Diagnose konfrontiert werden und oft sehr schnell zur Entfernung des Auges geraten wird.
Ein dunkler Schatten im Auge – wie alles begann
Irma ist eine schwarze Labradorhündin und war zum Zeitpunkt der Diagnose fast neun Jahre alt.
Die Veränderung wurde nicht von mir entdeckt, sondern bei einer Routineuntersuchung vor dem Impfen durch unsere Haustierärztin. Das zeigt, wie wichtig regelmäßige Gesundheitschecks beim Tierarzt sind.
Irma hat normalerweise braune Augen. Über ihr linkes Auge hatte sich jedoch ein kreisförmiger dunkler Schatten gelegt.
- kein kleiner schwarzer Punkt
- kein klarer Tumorknoten
- sondern eine großflächige Verdunklung
Die Tierärztin sagte vorsichtig:
„Das kann auch ein Irismelanom sein. Lassen Sie das besser von einem Augenspezialisten untersuchen.“
Verdacht auf Irismelanom – und plötzlich stand eine Augenentfernung im Raum
Beim ersten Augentierarzt wurden mehrere Untersuchungen durchgeführt:
- Augendruckmessung
- Ultraschall des Auges
- Untersuchung mit Spaltlampe
Die Diagnose kam sehr schnell: Irismelanom. Laut Aussage des Tierarztes sei der Tumor bereits in den Kammerwinkel eingedrungen.
Die Empfehlung war eindeutig: Entfernung des Auges (Enukleation).
Ich bekam noch während des Termins einen OP-Termin.
Diese Nachricht traf mich hart. Irma hatte nur wenige Monate zuvor eine Pyometra-Operation hinter sich und war noch nicht wieder vollständig fit.
Warum ich an der Diagnose gezweifelt habe
Mehrere Punkte passten für mich nicht zusammen.
Der gemessene Augendruck war völlig normal. Bei einem Tumor, der bereits den Kammerwinkel erreicht hat, kann der Augendruck häufig erhöht sein.
Auch die Form der Verdunklung wirkte ungewöhnlich:
- sehr klarer Kreis
- keine fransigen Ränder
- keine typische Tumorstruktur
Nach intensiver Recherche entschied ich mich deshalb für eine Zweitmeinung.
Die Zweitmeinung: Gonioskopie statt Ultraschall
Die zweite Augentierärztin nahm sich deutlich mehr Zeit für die Untersuchung.
Statt Ultraschall führte sie eine Gonioskopie durch. Dabei wird der Kammerwinkel direkt mit einer speziellen Linse untersucht.
Das Ergebnis war überraschend:
Der Kammerwinkel war nicht betroffen.
Sie riet deshalb von einer sofortigen Augenentfernung ab und stellte meinen Fall bei der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) vor.
Untersuchung an der TiHo Hannover
Für die Behandlung reiste ich mit Irma nach Hannover und verbrachte dort mehrere Tage.
Dort wurden erneut umfassende Untersuchungen durchgeführt:
- Messung des Augeninnendrucks
- hochauflösende Fotodokumentation der Iris
- Untersuchung der Tränenproduktion (Schirmer-Tränentest)
- Beurteilung der Irisstruktur
Die Spezialisten bestätigten schließlich, dass der Tumor nicht in den Kammerwinkel eingedrungen war.
Die Empfehlung lautete daher:
Lasertherapie zur Verkleinerung des Iris-Tumors.
Die Lasertherapie des Iris-Tumors
Am Behandlungstag wurde Irma in Vollnarkose gelegt.
Während der Operation wurde der Tumor mit einem medizinischen Laser behandelt. Ziel dieser Methode ist es, das pigmentierte Tumorgewebe gezielt zu zerstören und zu verkleinern.
Die eigentliche Operation dauerte etwa 45 Minuten.
Nach dem Eingriff blieb Irma noch mehrere Stunden in der Klinik. In dieser Zeit wurde der Augendruck alle 30 Minuten kontrolliert, da dieser nach einer Laserbehandlung vorübergehend ansteigen kann.
Medikamente und Heilung nach der OP
Nach der Operation bekam Irma:
- Metacam als Schmerzmittel
- Augentropfen mit Cortison gegen Entzündungen
- Tropfen zur Pupillenerweiterung
Die Medikamente wurden über mehrere Wochen langsam reduziert.
Es folgten mehrere Kontrolltermine:
- mehrere Kontrollen in den ersten Wochen
- eine Nachkontrolle nach sechs Monaten
Danach wurde Irma vorerst als geheilt eingestuft.
Die endgültige Diagnose: Irismelanozytom
Während der Nachkontrollen zeigte sich, dass der Tumor durch die Laserbehandlung deutlich abgeflacht war.
Die Diagnose lautete schließlich Irismelanozytom.
Das ist ein gutartiger pigmentierter Tumor der Iris, der einem Irismelanom sehr ähnlich sehen kann.
Im Alltag hat Irma heute keine Einschränkungen mehr.
Lediglich zwei kleine Veränderungen sind geblieben:
- der Rand der Iris ist leicht ausgefranst
- die Pupille ist leicht oval statt perfekt rund
Was ich aus dieser Erfahrung gelernt habe
Diese Erfahrung hat mir einige wichtige Dinge gezeigt:
- Regelmäßige Tierarztkontrollen können Veränderungen früh erkennen
- Zweitmeinungen können sehr wichtig sein
- Ein normaler Augendruck kann ein Hinweis sein, dass der Kammerwinkel noch nicht betroffen ist
Ein weiterer Tipp: Fotografiert gelegentlich die Augen eurer Hunde bei Tageslicht. Auf Fotos lassen sich Veränderungen oft früh erkennen.
Kosten der Behandlung
Die Laserbehandlung kostete etwa 1000 Euro.
Unsere OP-Versicherung übernahm einen Teil der Kosten, allerdings wurden etwa 500 Euro nicht erstattet, da Laserbehandlungen nicht vollständig im Tarif enthalten waren.
Ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen kann sich also lohnen.
FAQ – Irismelanom beim Hund
Ist ein Irismelanom beim Hund immer bösartig?
Nein. Es gibt auch gutartige Tumoren wie das Irismelanozytom, die sehr ähnlich aussehen können.
Muss bei einem Irismelanom immer das Auge entfernt werden?
Nicht zwingend. In einigen Fällen ist eine Laserbehandlung möglich, wenn der Tumor früh erkannt wird.
Wie erkennt man einen Tumor im Auge beim Hund?
Hinweise können dunkle Flecken in der Iris, Farbveränderungen oder eine veränderte Pupillenform sein.
Da es Irmas 4. Operation war, habe ich als Ernährungsberaterin mittlerweile einen Futterplan für nach der OP für uns entwickelt:
- Leicht verdauliches Futter (selbst gekocht, Nassfutter), da den Hunden gerne mal nach der OP schlecht ist. Der Hund darf erst gefüttert werden, wenn er vollständig wach ist. Dein Tierarzt wird dich darüber aufklären.
- Im Abstand von mindestens 2h zur Fütterung und Medikamenten gibt es Sobamin*. Das hilft uns Durchfall nach der OP zu verhindern.
- Banane oder Mozarella eignen sich hervorragend, um darin Tabletten zu verstecken.